Energieausweis

 

Neue Energieeinsparverordnung 2014 veröffentlicht:

Was Sie als Hausbesitzer zur EnEV wissen müssen:

 

Die Energieeinsparverordnung regelt die energetischen Anforderungen an Neubauten. So soll beispielsweise der zulässige Jahres-Primärenergiebedarf aller Neubauten nach dem Bundesratsbeschluss ab dem 1.1.2016 um 25 % sinken. Der Wärmeverlust der Gebäudehülle muss um durchschnittlich 20 % verbessert werden. Diese erhöhten energetischen Anforderungen gelten für folgende Neubau-Vorhaben:

   Bauantrag: Der Bauherr reicht den Bauantrag am 1. Januar 2016 oder später ein.

   Bauanzeige: Der Bauherr erstattet die Bauanzeige am 1. Januar 2016 oder später.

Bestandsgebäude sind von diesen Verschärfungen ausgenommen. Will ein Eigentümer sein Gebäude sanieren, gibt sie vor, in welcher energetischen Qualität er bestimmte Modernisierungsmaßnahmen auszuführen hat.

 

Ab wann die neue EnEV 2014 gilt

Im Mai 2014 ist die EnEV 2014 in Kraft getreten. Seit 01.01.2017 gilt für den Neubau erhöhter Standard.

 

Wann Sie einen neuen Energieausweis brauchen

Nach der neuen Energieeinsparverordnung 2014 müssen unter anderem die Energieausweise um Energieeffizienzklassen erweitert werden. Die Regelung betrifft allerdings nur neue Energieausweise für Wohngebäude, die nach dem Inkrafttreten der EnEV 2014 ausgestellt werden.

Das heißt: Haben Sie bereits jetzt schon für das Wohngebäude, das Sie verkaufen oder vermieten wollen, einen gültigen Energieausweis nach bisherigem Recht – also noch ohne die zusätzliche Angabe einer Energieeffizienzklasse – können Sie den nach wie vor verwenden.

 

Wo Sie den Energieausweis künftig vorlegen müssen

Bisher mussten Sie die Energieausweise lediglich dem Mieter oder Käufer „zugänglich“ machen. Mit der EnEVwird nun exakt festgelegt, dass Sie den Energieausweis schon zum Besichtigungstermin für das Kauf- bzw. Mietobjekt vorlegen. Dem Mieter bzw. Käufer muss später eine Kopie bzw. das Original ausgehändigt werden.

 

Was Sie neuerdings in Ihre Anzeige schreiben müssen

Neu ist auch das: Wollen Sie eine Immobilie verkaufen oder vermieten, müssen Sie künftig die energetischen Kennwerte aus dem Energieausweis in Ihrer Anzeige mit angeben.

Besitzen Sie allerdings noch einen Energieausweis aus der Zeit vor Inkrafttreten der EnEV 2014, müssen Sie die Energieeffizienzklasse nicht in Ihrer Immobilienanzeige angeben.

 

Welche alten Heizkessel bald raus müssen

Alle Heizkessel, die älter als 30 Jahre sind, müssen ausgetauscht werden, sofern es sich nicht bereits um Brennwerttechnik oder Niedertemperatur-Heizkessel handelt.

 

Dachbodendämmung wird nun mit der EnEV 2014 präzisiert -

oberste Geschossdecke oder Dach dämmen.

Gebäudeeigentümer müssen unter bestimmten Bedingungen die oberste Geschossdecke über den beheizten Räumen ihrer Bestandsgebäude dämmen. Wenn folgende Aussagen alle zutreffen, müssen sie der Dämmpflicht nach EnEV 2014 nachkommen: Das Bestandsgebäude:- wird beheizt,- wird jährlich mindestens vier Monate lang beheizt,- wird auf mindestens 19 Grad Celsius (°C) beheizt. Die oberste Geschossdecke über den beheizten Räumen:- grenzt an den unbeheizten Dachraum,- ist zugänglich,- erfüllt NICHT die Mindestanforderungen an den baulichen Wärmeschutz gemäß entsprechender Baunorm.

Wenn diese Bedingungen alle zutreffen, müssen die Gebäudeeigentümer die Decke ihres Bestandsgebäudes wie von der EnEV 2014 gefordert, dämmen.

Als Maßstab für die Dämmpflicht im Baubestand gilt der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) der fertig gedämmten Geschossdecke. Dieser darf bei der gedämmten Geschossdecke höchstens 0,24 Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/(m²K)) betragen.

Alternativ eröffnet die Verordnung den Eigentümern von Bestandsgebäuden folgende Lösung: Sie können anstatt der obersten Geschossdecke das darüber liegende, bisher nicht gedämmte Dach dämmen. Der U-Wert des fertig gedämmten Daches darf auch höchstens 0,24 W/(m² K) betragen.

Ausnahmeregel für kleine Wohnhäuser

Die EnEV räumt den Eigentümern von kleinen Wohnhäusern unter bestimmten Bedingungen einen Sonderstatus ein. Dieses gilt jedoch nur, wenn die beiden folgenden Aussagen zutreffen:

   Das Wohnhaus umfasst höchstens zwei Wohnungen.

   Am 1. Februar 2002 (als die erste EnEV-Fassung in Kraft trat) bewohnte der Eigentümer eine der Wohnungen im Haus.

In diesen Ausnahmefällen greifen die Sanierungspflichten für die Heizung, Leitungen, Armaturen und oberste Geschossdecken ggf. nur, wenn ein Eigentümerwechsel bereits stattgefunden hat oder künftig stattfindet.

Achtung Käufer: Der neue Eigentümer muss erst innerhalb von zwei Jahren - ab dem Tag des ersten Eigentumsübergangs - alle oben beschriebenen Sanierungspflichten erfüllen.

Achtung Erben: Diese zweijährige Schonfrist gilt auch, wenn der Eigentümerwechsel durch eine Erbschaft erfolgt ist. Die Erben sind nicht von den Sanierungspflichten befreit, wenn ein bestehendes Wohnhaus in ihren Eigentum übergeht. Sie können nur diese zweijährige Schonfrist wahrnehmen.

 

Wie lange ist der Energieausweis gültig?

Alle Energieausweise haben eine Gültigkeit von zehn Jahren.

 

Was kostet ein Energieausweis?

Aufgrund des Aufwands für das Ausstellen des Ausweises fallen Kosten an.

Die Kosten orientieren sich nach der Gebäudegröße- und komplexität:

 

Preise für bedarfsorientierte Energieausweise: ab 250,00 € zzgl. MwSt.

Preise für verbrauchsorientierte Energieausweise: ab 250,00 € zzgl. MwSt.

 

Was ist er Unterschied zwischen einem Bedarfsausweis und einem Verbrauchsausweis?

 

Der bedarfsorientierte Gebäudeenergieausweis:

Wird der Gebäudeenergieausweis über den Bedarf ermittelt, werden die bauphysikalischen Eigenschaften des Gebäudes zur Berechnung herangezogen. Eine Aussage über den Energiebedarf eines Gebäudes ist unabhängig vom Verbraucherverhalten der Mieter. Nur über den Bedarfsausweis können Gebäude unterschiedlicher Typologie energetisch verglichen werden. Diese Variante ist aufwendiger, bietet jedoch wesentlich mehr Qualität und Aussagekraft. Und genau das sollte Maßstab für die Wahl des Ausweises sein.

 

Der verbrauchsorientierte Gebäudeenergieausweis:

Wird der Gebäudeenergieausweis über den Verbrauch ermittelt, werden die Energiekosten der letzten drei Jahre zur Berechnung herangezogen. Diese Variante kann jedoch gerade bei kleinen Gebäuden mit wenigen Wohneinheiten keine Aussage über den tatsächlichen Gebäudeenergiebedarf geben. Mit dem Verbrauchsausweis lassen sich lediglich die Verbrauchswerte der vergangenen drei Jahre ermitteln und belegen, ein Vergleich mit anderen Gebäuden ist hierbei nicht möglich.

 

Die vorstehenden Angaben dienen lediglich der Information. Sie sind nur kurz gefasste Hinweise und kein Ersatz für eine Energieberatung.


Weitere Informationen finden Sie auch unter nachfolgenden Links oder sprechen Sie uns bei Fragen zum Verkauf oder zur Vermietung Ihrer Immobilie gern an:

(0) 26 02 / 99 70 380

                                                 

 

 www.bbsr.bund.de

www.enev-online.com

www.enev-2014.info